Christoph Trescher
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Die Indianische Flöte

Nach einer indianischen Legende wurde die Flöte von der Natur erfunden. Sie erzählt folgendes:

"Es war einmal ein junger Jäger, der in die Tochter des Häuptlings verliebt war. Sie war sehr schön und alle jungen Männer wollten sie heiraten, aber der Häuptling fand keinen gut genug für seine Tochter. Wenn ein junger Mann sie heiraten wollte, musste er zuerst beweisen, dass er ein guter Jäger oder Krieger war.Eines Tages ging der junge Jäger auf die Jagd und er sah einen grossen Elch. Der Elch ist ein Tier, das am schwierigsten zu jagen ist, weil es so weise und schnell ist. Die Leute des Stammes waren hungrig und hatten kein Fleisch mehr. So würde es eine grosse Tat sein, den Elch zu erlegen. Der junge Jäger versuchte den Elch zu töten, doch jedes Mal, wenn er nahe genug war, um einen Pfeil abzuschiessen, bewegte sich der Elch ausser Reichweite. Das ging so weiter, bis es plötzlich dunkel war. Er entschied sich einen Platz zu suchen, um bis zum Morgen zu schlafen. Glücklicherweise fand er einen klaren Bach und trank ein wenig Wasser. Er hatte auch noch ein wenig Wasna  (Trockenes Fleisch mit Beeren und Büffelfett) bei sich. Nachdem er gegessen hatte, lehnte er sich an einen Baum und versuchte zu schlafen. Aber das Rauschen der Bäume und das Heulen der Wölfe hielten ihn wach. Plötzlich hörte er ein anderes Geräusch. Ein Geräusch, das er und keine andere Person jemals zuvor gehört hatte. Eine wunderschöne Musik, eine Musik voller Hoffnung und Liebe. Dann schlief er ein. Er träumte von einem Specht, der zu ihm sagte: "Folge mir und ich will es dich lehren". Als er Aufwachte, stand die sonne schon hoch am Himmel. Auf dem Ast unter dem er geschlafen hatte, sah er den gleichen Vogel wie in seinem Traum. Der Vogel flog von Baum zu Baum, aber nie sehr weit. Er schaute immer wieder zum Jäger zurück, als wollte er ihm sagen: "Komm und folge mir". Schlussendlich landete der Vogel auf einer Zeder und begann Löcher in einen Ast zu picken. Der Jäger trat näher heran und bemerkte, dass die Musik von einem hohlen Ast kam. Als der Wind durch den hohlen Ast  blies, ertönte die wunderschöne Musik von Neuem.Der Jäger sagte zum Vogel: "Ich konnte den Elch nicht fangen, aber wenn ich dieses wundervolle ding nach Hause bringe und darauf spielen lerne, werden ich von der der Töchter des Häuptlings wie von ihr selbst respektiert und von den anderen Kriegern und Jägern verehrt". Als er den Ast abbrechen, sprach der Vogel: "Ich brauche das. Aber baue dir ein anderes". Als der Jäger wieder zurück in seinem Tipi war, versuchte er auf dem Ast zu spielen, aber er brach keinen Ton heraus. Das machte ihn sehr traurig. Er wollte die Musik unbedingt wieder hören. Er ging auf einen einsamen Hügel ohne Essen und Trinken. Er meditierte in der Hoffnung auf eine Vision die im zeigte, wie man eine Flöte herstellt.In der vierten Nacht hatte er einen Traum indem der Specht zu ihm kam und sich in einen Mann verwandelt hatte, der ihm zeigte, wie man den Ast zum Tönen bringen kann. "Sieh gut zu!" sagte der Vogelmann, als er aus dem Ast eine Flöte machte.Als der Jäger aufwachte, suchte er eine Zeder, bracht sich einen armlangen Ast ab und machte sich daraus eine Flöte. Als er sachte in das Mundstück blies, kam ein wunderschöner Ton heraus.In einer Nacht, während der Jäger an seine Liebe dachte, spielte er ein Lied. Er stand bei einem Baum und spielte in der Hoffnung, dass ihn seine Liebste hören würde. Und der Wind trug die Melodie bis zu ihrem Tipi. Sie sass am warmen Feuer und ass als sie die Töne hörte. Da trugen sie ihre Füsse nach draussen und sie lief der Melodie nach bis sie ihren jungen Jäger beim Baum fand."

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